Stellungnahme zum Antrag „Psychatrische Tagesklinik“

Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrte Damen und Herren,

die Botschaft hören wir wohl, allein uns fehlt der Glaube. Der Glaube daran, dass die psychiatrische Versorgung der Landkreisbevölkerung insbesondere der Jugendlichen durch die angesprochenen Kliniken gesichert sei können wir nicht teilen. Schon vor Corona hatten insbesondere Kassenpatienten Schwierigkeiten, zeitnah eine Termin für eine psychiatrische Behandlung zu bekommen. Wartezeiten von über einem halben Jahr sind hier keine Seltenheit. So berichtet der Bayerische Rundfunk zum Beispiel im Februar über Wartezeiten bei ambulanten Psychotherapien von durchschnittlich 22 Wochen (https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/mangelware-psychotherapie-immer-laengere-wartezeiten,SORex1v). Für die Betroffenen und deren Angehörige eine untragbar lange Zeit. Wir nehmen zur Kenntnis, dass der Bezirk die Notwendigkeit einer neuen Einrichtung nicht sieht, teilen aber diese Ansicht nicht. Stattdessen sehen wir mögliche Synergieeffekte, die sich dabei ergeben können, wenn die der Bezirk an dem Klinikneubau auch finanziell beteiligen würde und dafür ein paar Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommt.

Wir werden bei dem Thema auf alle Fälle am Ball bleiben. Das sind wir den Menschen und insbesondere den Kindern und Jugendlichen schuldig, die sich in unserem Landkreis in einer psychischen Notlage befinden und deren Angehörigen schuldig. Dem Beschlussvorschlag der Verwaltung können wir so auch nicht folgen.

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