Bezahlbares Wohnen

Wohnen in Tutzing ist für viele Menschen kaum noch bezahlbar. Familien, Alleinerziehende, Menschen mit durchschnittlichem Einkommen oder kleiner Rente finden immer schwerer eine Wohnung, die zu ihrem Budget passt.

Der Bedarf an dauerhaft günstigen Mietwohnungen ist hoch, doch klassische Förderprogramme geraten unter Druck und viele Projekte kommen wegen steigender Baukosten und fehlender Mittel ins Stocken. Genau das erleben wir im Schönmoos – einem Schlüsselprojekt für bezahlbaren Wohnraum in Tutzing.

Schönmoos: Vom Stillstand zur neuen Chance

Auf dem Gelände im Schönmoos sind vor einigen Jahren die alten, stark sanierungsbedürftigen Wohnungen des Verbands Wohnen abgerissen worden – mit dem klaren Versprechen, dort rund 70 neue, bezahlbare Wohnungen zu schaffen. Zuvor lagen die Mieten dort im Schnitt bei etwa drei Euro pro Quadratmeter; dieser soziale Anker ist mit dem Abriss verschwunden.

Inzwischen steht das Projekt wegen der finanziellen Schwierigkeiten des Verbands Wohnen und der ausgesetzten Wohnbauumlage des Landkreises Starnberg auf der Kippe. Gerade diese Umlage sollte dem Verband eigentlich ermöglichen, neue Wohnanlagen wie Schönmoos zu realisieren – der Ausfall von rund zwei Millionen Euro reißt nun eine große Lücke.

Die neue Idee: Wohnbaugenossenschaft plus Verband Wohnen

Statt Schönmoos aufzugeben, schlagen wir einen neuen Weg vor: eine Kooperation aus Verband Wohnen, Gemeinde Tutzing und einer bürgergetragenen Wohnbaugenossenschaft.

Die Grundidee:

  • Der Verband Wohnen bringt seine Erfahrung, seine Mitarbeitenden, Planungskompetenz und Rolle als Bauträger ein.

  • Eine neu zu gründende Wohnbaugenossenschaft in Tutzing stellt für einen Teil der Gebäude das Eigenkapital bereit. Die Genossenschaftsmitglieder erhalten dafür ein Wohnrecht statt einer Rendite auf ihr Kapital.

  • Ein Teil der Wohnungen bleibt beim Verband Wohnen, ein Teil wird von der Genossenschaft gehalten – gemeinsam entsteht ein Quartier, das dauerhaft bezahlbare Mieten ermöglicht und zugleich solide finanziert ist.

So nutzen wir Synergien: Der Verband muss keine vollständige Eigenkapitalfinanzierung stemmen, die Genossenschaft muss keine eigene komplette Struktur aufbauen. Beide Seiten können sich auf ihre Stärken konzentrieren und so die Kosten im Griff behalten.

Warum eine Genossenschaft? Dauerhaft bezahlbar statt spekulativ

Eine Wohnbaugenossenschaft ist kein klassischer Investor, der kurzfristige Renditen sucht. Ihre Mitglieder bringen Eigenkapital ein, um sich langfristig ein Wohnrecht zu sichern – nicht, um hohe Gewinne zu erzielen. Dadurch kann die Genossenschaft zinsloses oder sehr niedrig verzinstes Kapital bereitstellen, das die Mieten dauerhaft entlastet.

Mit einer Tutzinger Wohnbaugenossenschaft schaffen wir ein gemeinwohlorientiertes Wohnungsunternehmen vor Ort:

  • dauerhaft verankert in Bürgerhand

  • mit klarer Orientierung an Daseinsvorsorge statt Spekulation

  • mit Mieten, die auch für Menschen mit durchschnittlichem oder kleinerem Einkommen tragbar bleiben.

So stellen wir sicher, dass Schönmoos nicht zum reinen Renditeobjekt wird, sondern ein lebendiges Quartier mit gemischter Bewohnerschaft und guter Nachbarschaft bleibt.

Meine Rolle: Finanz- und Projekterfahrung für Schönmoos nutzen

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema bezahlbares Wohnen in Tutzing – von ersten Genossenschaftsideen über öffentliche Veranstaltungen bis hin zu konkreten Anträgen im Gemeinderat.

Beruflich arbeite ich seit über 20 Jahren bei einem Finanzdienstleister für strukturierte Immobilienfinanzierungen. Diese Erfahrung möchte ich in Schönmoos einbringen: Wenn alle Beteiligten den Willen zur Umsetzung haben, lassen sich tragfähige Finanzierungsmodelle entwickeln, die auch unter schwierigen Rahmenbedingungen funktionieren.

Im Gemeinderat setze ich mich dafür ein, dass:

  • die notwendigen Satzungsänderungen und Beschlüsse vorbereitet werden,

  • die Kooperation zwischen Verband Wohnen, Gemeinde und Genossenschaft politisch unterstützt wird,

  • die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig beteiligt werden – als künftige Genossinnen und Genossen, als Nachbarinnen und Nachbarn, als Mitgestaltende ihres Quartiers.

Wie es weitergehen soll

Bezahlbares Wohnen ist eine Grundvoraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt – besonders in einer Gemeinde wie Tutzing, in der der Druck auf dem Wohnungsmarkt enorm ist.

Mit dem Genossenschaftsmodell im Schönmoos wollen wir zeigen, dass auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen neue Wege möglich sind: Bürgerbeteiligung, langfristig bezahlbare Mieten und professionelle Wohnungswirtschaft in einem gemeinsamen Projekt.

Sobald die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen stehen, soll die Genossenschaft gegründet werden. Dann wird es darum gehen, Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen, Kapital zu bündeln und gemeinsam mit dem Verband Wohnen den nächsten Schritt zur Realisierung von Schönmoos zu gehen.

Folgende Inititativen wurden gestartet

Plädoyer für Neuausrichtung im Schönmoss